Ehrenpreis 2026 für Anne Lajla Utsi, Leiterin des International Sámi Film Institute
Anne Lajla Utsi, Photocredit: International Sámi Film Institute
Lübeck, 7. Mai 2026. Die 68. Nordischen Filmtage Lübeck würdigen die sámi Filmmanagerin und Leiterin des International Sámi Film Institute, Anne Lajla Utsi, für ihr Lebenswerk. Im Rahmen der Eröffnung am 4. November im CineStar Filmpalast Lübeck wird ihr als zentrale Akteurin des sámi Filmschaffens und internationalen Botschafterin des indigenen Kinos der Ehrenpreis des Festivals verliehen. Der sámi (norwegische) Schauspieler und Regisseur Nils Gaup, der für seinen international gefeierten Film „Pathfinder“ eine Oscarnominierung erhielt, wird ihre Laudatio halten.
„Wie kaum eine andere verkörpert Anne Lajla Utsi die Werte und die Vision der Nordischen Filmtage. Als treibende Kraft hat sie dem sámi Kino eine starke, eigenständige Stimme auf der Weltbühne verschafft. Ihr Engagement ist von unschätzbarem Wert für die kulturelle Vielfalt auf der Leinwand. Mit ihrer kulturpolitischen und kuratorischen Arbeit schafft sie Sichtbarkeit und Handlungsmacht für neue Stimmen. Ihr Fokus auf authentische Erzählungen ist richtungsweisend für die Zukunft des nordischen Films“, begründet Hanna Reifgerst, Künstlerische Leiterin der Nordischen Filmtage Lübeck, die Wahl der diesjährigen Preisträgerin.
Anne Lajla Utsi wurde in Nordnorwegen geboren und wuchs im Sápmi-Kerngebiet Guovdageaidnu/Kautokeino auf. Sie arbeitete zunächst im Bereich Kultur- und Medienförderung und war früh am Aufbau von Strukturen für die Film- und Medienproduktion in Sápmi beteiligt. 2009 übernahm sie die Leitung des International Sámi Film Institute (ISFI) in Kautokeino, das sie maßgeblich zu einer zentralen Förderinstitution für indigene Filmschaffende entwickelte. Unter ihrer Führung entstanden internationale Initiativen wie der Arctic Indigenous Film Fund, die die Finanzierung und Vernetzung indigener Filmprojekte weltweit stärken. Durch ihre Arbeit trug sie entscheidend dazu bei, dass Filme und Talente auf internationalen Festivals präsent sind und globale Aufmerksamkeit erhalten.
Neben dem Ehrenpreis widmen die Nordischen Filmtage der Preisträgerin ein Hommage-Programm und präsentiert eine von Utsi persönlich kuratierte Filmauswahl, die ihre künstlerische und kulturpolitische Vision widerspiegelt. Die Filme stehen exemplarisch für ihren Einsatz, sámi Filmschaffende darin zu stärken, ihre Geschichten aus eigener Perspektive zu erzählen. Zugleich verweisen sie auf die zentralen Anliegen ihrer Arbeit: kulturelle wie narrative Souveränität und den Aufbau nachhaltiger Strukturen in der Filmbranche.
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