Johanna Jannsen (Schleswig-Holstein)
Biographie
Johanna Jannsen ist Dokumentarfilmerin und lebt in Flensburg, nahe der dänischen Grenze. Neben ihrer Regiearbeit für ARTE und den NDR sowie der Mitarbeit an internationalen Dokumentarfilm-Koproduktionen widmet sie sich persönlichen Geschichten und setzt dabei auf kollaborative und sinnlich geprägte filmische Ansätze. Ihr kurzer Dokumentarfilm MY FATHER / M‘ATHAIR wurde auf mehr als 20 internationalen Festivals gezeigt.
2026 gründete sie schnüüsch film, eine unabhängige Produktionsfirma mit Sitz in Schleswig-Holstein. Mit Dokumentar- und Hybridfilmen möchte die Firma Geschichten erzählen, die von Vertrauen, Neugier und langfristigen Beziehungen zu den Protagonist:innen geprägt sind. Dabei gibt sie den Geschichten die Zeit und den Raum, sich auf natürliche Weise zu entfalten.
Projekt
ELIAS
Poetischer Dokumentar-Kurzfilm
Während der blinde afghanische Geflüchtete Elias auf die Geburt seines ersten Kindes wartet, bewegt er sich zwischen den Straßen Kiels und seinen Erinnerungen an Afghanistan. Der Film sucht nach einer gemeinsamen filmischen Sprache, um eine Welt begreifbar zu machen, die sich nicht einfach sehen lässt.
ELIAS ist ein essayistischer Dokumentar-Kurzfilm, der sinnliche Wahrnehmung anhand eines inklusiven filmischen Prozesses erforscht. Im Mittelpunkt steht Elias, ein blinder afghanischer Geflüchteter, der sich gemeinsam mit seiner Frau in Kiel ein neues Leben aufbaut, während sie sich auf die Geburt ihres ersten Kindes vorbereiten. Nachdem er im Alter von fünf Jahren sein Augenlicht verloren hat, sind ihm lebendige visuelle Erinnerungen an Afghanistan geblieben.
Seine Briefe an sein ungeborenes Kind führen durch eine vielschichtige Klanglandschaft. Darin reflektiert er seine Kindheit, die Heimat, die er zurückgelassen hat, und sein heutiges Leben in Kiel – einer Stadt, die er selbst nie gesehen hat und die doch zur Heimat seines Kindes werden wird.
Der Film ist in die Kapitel Träume, Bäume und Meer gegliedert und entfaltet sich durch Erinnerungen, Sinneseindrücke und Assoziationen. Schriftliche Reflexionen verweben sich mit Fragmenten des Alltags, immersiven Klanglandschaften und beobachtenden Szenen. Anstatt Blindheit selbst zum Thema zu machen, nimmt der Film Elias’ Perspektive ein und erforscht, wie Kino Erfahrungen vermitteln kann, die über die visuelle Darstellung hinausgehen.
Entstanden in enger Zusammenarbeit mit Elias, sucht ELIAS nach einer filmischen Sprache zwischen Hören, Erinnern und Sehen – und verwandelt akustische Wahrnehmung in visuellen Ausdruck.