Lettlands Oscar-Einreichung „Ulya“ eröffnet die Nordischen Filmtage Lübeck 2026

Lübeck, 2. Oktober 2026. Am 4. November 2026 startet die 68. Ausgabe der Nordischen Filmtage Lübeck mit Ulya des lettischen Regisseurs Viesturs Kairišs. Der Spielfilm über die lettische Basketball-Legende Uļjana Semjonova ist Lettlands Einreichung für die 99. Oscars ® in der Kategorie „Bester internationaler Spielfilm“.

Seine Weltpremiere feierte Ulya (2026, OT: Uļa) in der Reihe „Un Certain Regard“ beim diesjährigen Festival de Cannes. Die Deutschlandpremiere in Lübeck ist zugleich ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Regisseur Viesturs Kairišs ist dem Festival seit mehr als zwei Jahrzehnten verbunden. Nun kehrt er mit Ulya als Eröffnungsfilm nach Lübeck zurück; Mitglieder des Filmteams werden zur Premiere am 4. November im CineStar Stadthalle erwartet.

Regisseur Viesturs Kairišs: „Es ist eine unglaubliche Ehre für mich, dass unser Film ,Ulya‘ in diesem Jahr das Lübecker Filmfestival eröffnen wird. Lübeck gehört zu meinen absoluten Lieblingsfestivals in Europa – nicht nur, weil fast alle meine Filme hier gezeigt wurden, sondern auch wegen der ganz besonderen Atmosphäre des Festivals.“

In der Koproduktion mit Lettland, Estland, Litauen und Polen zeichnet Viesturs Kairišs in Schwarzweiß-Bildern den ungewöhnlichen Lebensweg der Uļjana Semjonova nach. Als junger Mensch mit außergewöhnlicher Körpergröße verlässt sie den Schutz der ländlichen Familie und entwickelt sich in der Frauen-Basketballmannschaft TTT in Riga zu einer der besten Basketballspielerinnen der Welt. In die biografische Erzählung verwebt der Regisseur zugleich seinen Blick auf Anderssein, Körperlichkeit und Selbstfindung. Es war zudem Hauptdarsteller Kārlis Arnolds Avots selbst, der die Idee zu Ulya hatte und über viele Jahre verfolgte. Avots lernte die Basketball-Ikone und zweimalige Olympiasiegerin noch persönlich kennen. Ihr Tod im Januar 2026 löste in Lettland, wo sie bis heute verehrt wird, große Trauer aus.

Lange Tradition der Nordischen Filmetage Lübeck: Talente finden, entwickeln – und feiern

„Die Einladung von ‚Ulya‘ folgt einer langen und schönen Tradition unseres Festivals: neue Talente früh nach Lübeck zu holen, ihre künstlerische Entwicklung zu begleiten und sie regelmäßig wieder einzuladen – und gebührend zu feiern“, sagt Hanna Reifgerst, die neue Künstlerische Leitung der Nordischen Filmtage Lübeck. So ist Viesturs Kairišs seit über 20 Jahren mit vielen seiner Arbeiten regelmäßiger Gast des Festivals, angefangen 2002 mit dem Spielfilm-Debüt Leaving by the Way (2001, OT: Pa ceļam aizejot) und zuletzt 2025 mit seinem Kurz-Dokumentarfilm Cohabitants (2024, OT: Eluteelised). Ulja-Hauptdarsteller Kārlis Arnolds Avots kennen Festivalbesucher:innen des Jahres 2024 wiederum aus der lettischen Erfolgsserie Soviet Jeans (2024, OT: Padomju džinsi). Auch Guntis Trekteris war mit seinem Debüt als Produzent und auch schon mit Kairišs' Romeo und Julia (2004) in Lübeck.

Viesturs Kairišs gehört zu den wichtigsten Theater-, Opern- und Filmregisseuren Lettlands. Geboren 1971 in Riga studierte er an der Lettischen Kulturakademie Theater- und Filmregie. Zu seinen Arbeiten als Filmemacher gehören 15 Spiel- und Dokumentarfilme. Seine Theaterinszenierungen wurden u.a. bei den Wiener Festwochen, am Berliner Hebbel-Theater, beim Festival von Avignon oder bei der Bonner Biennale gezeigt. Kairišs ist künstlerischer Leiter des Staatstheaters Dailesteātris in Riga.

Die 68. Nordischen Filmtage Lübeck finden vom 4. bis 8. November 2026 statt.

Erstmals 1956 veranstaltet, zählen die Nordischen Filmtage Lübeck zu den traditionsreichsten Filmfestivals weltweit. Sie sind das einzige große Publikumsfestival sowie wichtiger Treffpunkt für die Filmbranche in Deutschland und Europa, das sich ganz auf die Präsentation von Filmen aus dem Norden und dem Nordosten des Kontinents spezialisiert hat. Die Nordischen Filmtage Lübeck sind eine Veranstaltung der Hansestadt Lübeck und werden unterstützt vom Land Schleswig-Holstein, von Creative Europe MEDIA, von der Possehl Stiftung, der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung und den Wessel Stiftungen, vom Freundeskreis der Nordischen Filmtage e.V. und dem NDR als Medienpartner. Hinzu kommen zahlreiche weitere Partner und Sponsoren: CineStar, Stadtwerke Lübeck, STAWAG Stadtwerke Aachen AG, Sudden Death, Gradwerk, skanbo, Diakonie Nord Nord Ost, die Grundstücks-Gesellschaft Trave, Convotis, tsj-architekten gmbh, Waldzimmer, Theater Lübeck, MOIN Filmförderung, Norwegische Botschaft, Kaufmannschaft zu Lübeck, Deutscher Verband Frau und Kultur e.V., von Keller-Stiftung, Die Gemeinnützige, Superkunstfestival, Ver.di, Ev.-Luth.-Kirchenkreis Lübeck, Baltic Films und die Veranstaltungsorte CineStar Stadthalle und filmhaus, Kommunales Kino KOKI, KOLK 17, Theater Lübeck, InfinityDome, Europäisches Hansemuseum, Musikhochschule Lübeck und Dom zu Lübeck.